Aktionen: Besuch aus Tansania

Eliad Siwelwer, Schwester Angelista und Schwester Agnes waren in Deutschland zu Besuch bei der Großheppacher Schwesternschaft. An drei Tagen kamen sie dann auch nach Günzburg.

Die Anreise gestaltete sich mehr als kompliziert. Die Reisepässe wurden nicht rechtzeitig für die Visaanträge fertig. Man musste nach Dar es Salaam fliegen, um die nötigen Papiere einreichen zu können. Bei der Anreise zum Flughafen erlitten die Gäste zudem einen Autounfall, bei dem das Schwesternschaftsauto schwer beschädigt wurde.

Bei einem ersten Treffen in Beutelsdorf ging es um Fragen nach der Struktur der Schwesternschaft Ushirika wa Upendo. Auch Fragen zur Finanzierung der Schwesternschaft wurden diskutiert. Schwester Agnes ist seit einigen Monaten für die Finanzen der Schwesternschaft verantwortlich.

Die „Übergabe“ der Besucher fand nach drei Tagen in Ulm statt. Dort trafen wir noch Mark Bittmann. Gemeinsam besuchten wir einen Baumarkt um dort nötige Artikel für das Brutschrankprojekt zu besorgen.

Am Abend hielten die Gäste einen Vortrag in Dillingen. Dort überreichte das Aktionsbündnis „Frauen aktiv“ eine Spende.

Am nächsten Tag besuchten die Besucher die Schüler der Heinrich-Sinz-Schule. Bei einem gemeinsamen Frühstück informierten sie sich über das Brutschrankprojekt, welches von den Schülern der 9. Klasse entwickelt wurde. In einem sehr persönlichen Gespräch konnten die Schüler Fragen über den Alltag der Schwestern stellen. Aber auch die Schwestern hatten Fragen an die Schüler. Insbesondere ihr Familienleben interessierte die Gäste aus Tansania. Das Verhältnis der Generationen untereinander ist in Tansania ein sehr wichtiges Thema. Bei jeder Begegnung wird sich zuerst über das Wohlergehen der Familie ausgetauscht.

Am Nachmittag besuchten die Gäste Augsburg. Das Mutterhaus der Schwesternschaft Ushirika wa Neema in Moschi wurde in den 70 Jahren von den Augsburger Schwestern gegründet und aufgebaut. Einige Schwestern aus Moschi arbeiten in Augsburg für ein soziales Jahr. Die Freude über die Begegnung mit alten Bekannten war groß. Bei einem gemütlichen Kaffeetrinken wurden Neuigkeiten ausgetauscht. Im Anschluss besichtigten wir das Mutterhaus in Augsburg. Bei einem gemütlichen traditionellen Abendessen ließen die Besucher den Tag ausklingen.

Der nächste Tag begann mit einer Betriebsbesichtigung der Firma: Günzburger Steigtechnik, Die Funktionsweisen von Schweißrobotern und CNC Maschinen waren für alle Besucher ein faszinierendes Erlebnis. Ferdinand Munk Junior führte die Gruppe durch die vielen Hallen. Am ende gab es noch eine gemütliche Brotzeit.

Felix Veitenhansel, Lehrling bei der Firma Schleifer in Günzburg, führte die Gäste durch die heiligen Hallen des Unternehmens, wo es unglaublich schöne Oldtimer zu bestaunen gab.

Am Nachmittag überraschte uns Thomas Grandel mit dem Angebot, den tansanianischen Gäste mit einem Ultraleichtflugzeug Günzburg aus der Vogelperspektive zu zeigen. Ein unglaubliches Abenteuer. Besonders Schwester Agnes konnte nicht schnell genug in das Flugzeug klettern.

Am frühen Abend ging es dann mit dem Zug zurück nach Stuttgart, wo Eliad, Schwester Agnes und Schwester Angelista von Herrn Pfarrer Wünsch vom Bahnhof abgeholt wurden.

Veröffentlicht unter Aktionen

Aktionen: Vortrag „Alltag auf dem Land in Tansania“

Schwester Agnes, Schwester Angelista und Eliad Siwelwer aus Tansania berichten am Montag, den 19. Oktober 2015 über den Alltag in Brandt / Ihahi. Michael Herold berichtet im Anschluss über besondere Herausforderungen bei Projekten, deren Ziel es ist, Landflucht zu bekämpfen. Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Aktionen

Eindrücke aus Tansania: Pressebericht

Über die Reise nach Tansania und die Erlebnisse dort berichtete die Günzburger Zeitung am 21. September.

Wie komme ich nach Deutschland?

Ein Team des Vereins „Die Brücke“ reiste zum Projekteinsatz nach Tansania. Dort musste es viele Fragen über die Wirtschaft in ihrem Heimatland beantworten. Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Eindrücke aus Tansania

Eindrücke aus Tansania: Abschied

Der letzte Tag war in Dar es Salaam. Wir besuchten verschiedene Märkte und ließen die Seele am Coco Beach baumeln.

Der Abschied am Vortag war herzlich. Ich besuchte noch zwei Patenkinder. Unter anderem Debora Israel. Sie lebt mit einer verkrüppelten Tante und einer Oma in einer dunklen Hütte. Sie wird aber von ihrer Oma sehr geliebt. Die Begrüßung war überschwänglich. Ich erzählte ihr von ihrem Paten. Das hat sie sehr gefreut.

Ein anderes Patenkind mit einem kranken Vater wurde vor drei Tagen vom Vermieter aus der Hüte geworfen. Das Kind ist sehr krank, wird aber dank der Versicherung von uns behandelt. Der Vater sucht jetzt für jede Nacht für beide eine Unterkunft, wird aber immer nach einer Nacht weggeschickt. Alinaswe sucht nach einer Lösung.

Veröffentlicht unter Eindrücke aus Tansania | Verschlagwortet mit

Eindrücke aus Tansania: Besuch bei den Patenkindern

Die Zeit für den Besuch der Patenkinder reichte nicht für alle Familien aus. Ehrlich gesagt waren diese Besuche auch nicht so ganz einfach zu verarbeiten. Die Kinder krochen aus kleinen dunklen Hütten. Völlig verdreckt nagten einige an alten Hühnchenknochen.

Die Freude bei denen, deren Paten ein persönliches Geschenk mitgegeben hatten, war groß. Der kleine Elisa knabberte von einem Keks, den er geschenkt bekommen hatte, jedes Zuckerstückchen einzeln herunter und konnte gar nicht fassen, die ganze Keksdose sein Eigen nennen zu dürfen. Der kleine Marco bekam ein Kuscheltier in Form einer Schildkröte geschenkt. Das will er als weiches Kopfkissen benutzen. Die Kinder schlafen auf einer Bastmatte. Aber auch die anderen Kinder und deren Angehörige freuten sich über den Besuch.

Dass diese Kinder den Kindergarten besuchen können ist für die Angehörigen wie ein Wunder. Alle Kinder sagten, dass ihnen im Kindergarten der Spielplatz am besten gefällt. Besonders beliebt ist die Schaukel.

Veröffentlicht unter Eindrücke aus Tansania | Verschlagwortet mit

Eindrücke aus Tansania: Brutschrank, Stahlmodule, Geldprobleme

Der Brutschrank ist fertig geworden. Jetzt läuft er im Probebetrieb. Die jungen Helfer aus der Umgebung waren unglaublich engagiert dabei.

Ich selbst erlebte gestern einen Schock. Das Stahlmodul, das wir mit großem Aufwand vorbereiteten war vom Schweißer verhunzt worden, weil er seine Mitarbeiter schweißen lies. Die entsprechenden Schweißnähte waren sehr schlecht ausgeführt. An der Stelle, an der er selbst schweißte, war alles ok. Da waren sehr deutliche Worte fällig, mit der Folge dass der Meister jetzt selbst alles schweißt. Beim zweiten Modul war alles perfekt. Ich war sehr erstaunt, wie genau man mit Elektroden schweißen kann. Darüber habe ich mich dann schon gefreut.

Konflikte gibt es aber mit dem Dorf. Es wurde eine Versammlung einberufen. Die Dorfbewohner die Einfluss haben, wollen Kredite von uns. In einer Versammlung erklärten sie uns, dass ihnen Kredite helfen würden. Das ist nachvollziehbar. Aber schwer durchzuführen, weil niemand akzeptieren will, dass jemand anderes davon profitieren könnte. Zudem stellten sie sich eine Projektsumme jenseits aller Möglichkeiten vor. Dadurch musste ich erklären, wie wir überhaupt zu Geld kommen und dass wir nicht so viel Geld haben, wie sie sich das vorstellen.

Abends traf ich bei Flora noch lokale Politiker. Gerade ist Wahlkampf in Tansania und Flora eilt von einer Demonstration zur nächsten. Das treffen mit den Politikern war hoch interessant. Viele tolle Ideen haben diese engagierten jungen Menschen die ihr Land voranbringen wollen. Aber die Fesseln der leeren Kassen lassen einfach keine Bewegung zu. Das ist für alle ein immenses und schmerzhaftes Problem und auch ich spüre diese Fesseln immer mehr, je mehr man in dieses Land Einblick bekommt.

Veröffentlicht unter Eindrücke aus Tansania | Verschlagwortet mit

Eindrücke aus Tansania: Büroarbeiten, Ausflug in die Berge

Heute habe ich den Tag mit Alinaswe verbracht und die Gelder unseres Vereins abgerechnet. Es war gut vorbereitet aber noch einen Tick besser könnte man es mit Excel machen. Wir erstellten zusammen eine Datei, die auf Alinaswes Arbeitsstil zugeschnitten ist. Anschließend richteten wir erfolgreich mit dem Smartphone für das Laptop eine Wi-Fi Internetverbindung ein. Dadurch kann Alinaswe von zu Hause auch E-Mails mit Anhängen verschicken und wir können darüber jetzt zusammen die Buchhaltung organisieren. Dieses System führen wir im Dekanat und in der Schwesternschaft ein.

Der Brutschrankspeicher ist fertig und funktioniert. Zur Selbstbelohnung machten wir einen tollen Ausflug in die Berge um Chimala. Dort ist es sehr trocken aber es gibt Flüsse. Die Fahrt war extrem abenteuerlich. Aber das Bad im Fluss war traumhaft.

Veröffentlicht unter Eindrücke aus Tansania | Verschlagwortet mit

Eindrücke aus Tansania: Reise nach Kidugala und Njombe

Am Dienstag trennten wir uns. Michael fuhr mit Gertraud Drechsler, einer Bekannten aus Coburg, nach Kidugala. Dort arbeitet der deutsche Pfarrer Herr Muck mit seiner Frau. Eine intensive Begegnung war das, weil die Mucks in den 90er Jahren in Brand ein theologisches Seminar aufbauten und dort eine Schreinerei einrichteten.

Anschließend fuhren wir auf wilden Offroad-Pisten nach Njombe. Dort besuchte ich den Architekten Memgeni, um mit ihm über das Haus der Schwestern zu sprechen, das wir gerade planen.

Abends ging es zum Gästehaus der Evangelistinnen, das Gertraud finanziert. Es ist ein qualitativ sehr gut gebautes Haus, mit beeindruckender Sorgfalt und Liebe errichtet. Abends fuhr ich wieder mit dem Auto zusammen mit dem örtlichen Dekan, dem Buchhalter des Dekanats Barnabas und dem Pfarrer der Dörfer Ihahi und Brand zurück nach Chimala. Wir unterhielten uns über die Probleme der hohen Zinsen für Kredite, die in Tansania bei 25% liegen.

Mark und Luisa fuhren nach Njombe und besuchten Vizebischof Fihawango. Er zeigte ihnen seine Anlage für die Hühnerzucht und sie sprachen über das Brutschrankprojekt.

Veröffentlicht unter Eindrücke aus Tansania | Verschlagwortet mit

Eindrücke aus Tansania: Alinaswes Hochzeit

Nach einem gemütlichen Frühstück begaben sich Felix und Mark zum Friseur um sich für die Hochzeit vorzubereiten. Luisa und ich spielten mit den Kindern, die Flora bei sich aufnahm.

Der Gottesdienst, der von Bischof Mengele gehalten wurde, dauerte 3 Stunden. Da gab es viel zu sehen und zu bestaunen. Ich traf viele Freunde von vergangenen Begegnungen. Nach einem Mittagessen machten wir bei Flora Pause.

Abends um 20 Uhr ging es in einer Halle in Chimala lustig weiter. Wir tanzten viel und unterhielten uns mit vielen Leuten. Luisa war schwer im Einsatz, weil sich immer wieder Freunde von Alinaswe mit ihr fotografieren lassen wollten. Felix wurde mit seinen coolen bayrischen Lederhosen von den Mädchen umschwärmt. Ich freundete mich mit einem kleinen tansanianischen Mädchen an, das eine Mama mir so schnell mal auf den Schoß lag. Mark freute sich darüber, wie schnell wir in die Hochzeitsgesellschaft integriert wurden, unterhielt sich mit Leuten und tanzte.

Ja, und das Essen. Ohne Besteck. Verschiedene Reissorten mit Gemüse, Soßen und Hühnchen. Irgendwie schlabberten wir das gute Essen mit den Händen in den Mund. Fingerfood mal anders. Aber alle sind satt geworden.

Veröffentlicht unter Eindrücke aus Tansania | Verschlagwortet mit

Eindrücke aus Tansania: Arbeitstage

Gestern und heute war Arbeitstag. Jetzt kommen auch sehr motivierte Teilnehmer für den Workshop aus dem Dorf. Wir arbeiten jetzt sehr selbständig, kommen jeden Morgen mit dem Motorradtaxi zur Baustelle und können so auch recht pünktlich anfangen.

Heute begann ich mit dem Bau der Module für den Bau eines Wohnhauses. Wir haben einen sehr guten Metallarbeiter hier, der gut schweißen kann. Die Maschinen, die wir per Container geschickt hatten, können sehr gut eingesetzt werden. Aber ich selbst habe heute das einzige Sägeblatt zerbrochen. Das geht schnell wenn man das zu sägende Teil nicht richtig fixiert…

Für unsere tansanianischen Freunde war das auch ein Erlebnis, dass ein Mzungu eine Maschine schrottet. Sie waren sehr lieb zu mir und haben mich sehr getröstet. Also ehrlich gesagt habe ich das auch gut brauchen können. Ein Paket braucht zwei Wochen. Da werde ich dann Sägeblätter schicken.

Das Brutschrank Projekt geht gut voran. Mark entwickelte einen Dampferzeuger, mit dem der Wärmespeicher des Brutschranks auch ohne Sonne erwärmt werden kann. Wasser rein, warten und.. Feuer frei. Dann kommt der Wasserdampf richtig heftig raus.

Heute abend ist noch eine Versammlung mit der Schwesternschaft. Dabei wird besprochen, wie sich die Schwestern ökonomisch weiterentwickeln wollen. Da ist grade ein großer positiver Aufbruch zu spüren.

Veröffentlicht unter Eindrücke aus Tansania | Verschlagwortet mit