Georg und Monika Hahns Einsatzbericht

Georg und Monika Hahn haben einen Einsatzbericht von ihrer Arbeit in Tansania verfasst. Dieser wird modifiziert zum Lesen zur Verfügung gestellt. Darin wird deutlich, mit welchen Problemen Projekte in Tansania verbunden sein können.

Kurzdarstellung der Schwesternschaft

Schwester Maria Msella ist die Leiterin der LCT Southern Diocese, Ushirika wa Upendo in Chimala/Brandt, P.O. Box 29, Chimala/Mbeya. In der Mission werden weitere ca. 10 Schwestern beschäftigt. In erster Linie wird ein Kindergarten betrieben. Um weitere Einnahmen zu generieren und Lebensmittel zu erzeugen werden Tiere (Hühner, Rinder, Schweine) gehalten. Ein neuer Kindergarten entsteht in der Nähe der Ortschaft Brandt unweit des jetzigen alten Kindergartens außerhalb des Missionsgeländes. Die freiwerdenden Räume werden zukünftig genutzt, um zum Beispiel eine Schneiderinnen-Ausbildungsstätte zu installieren. Im Missionsgelände hat der örtliche Pastor und Projektleiter des Kindergartenprojektes Eliad Siwelwer ein Büro. Neben der Mission wohnt er mit seiner Familie in einem Häuschen. Zur Zeit hält sich dort auch sein Sohn Alinaswe auf. In Kürze wird er die Region verlassen, da er Arbeit sucht. Auch der Arzt (Eliezer Galla, Brandt, lutherische Dispensery, P.O.Box 93 Chimala/Mbeya) hat Praxisräume und zwei Krankenzimmer innerhalb des Missionsgeländes. Dort werden die Leute aus der Region medizinisch versorgt, soweit das möglich ist. Der Arzt beschäftigt eine handvoll Mitarbeiterinnen. Die Patienten werden nicht nur akut behandelt, sondern auch geschult z.B. in Hygienefragen, Ernährung und Baby- und Kinderpflege.

Kurzbeschreibung der Tätigkeiten

Es gibt in der Region keinen Strom und kein Wasser aus dem öffentlichen Netz. Strom für Licht wird durch Solar Inselanlagen erzeugt. Unser Auftrag bestand darin, die Systeme zu erweitern und zu verbessern bzw. zu reparieren. Außerdem gibt es keine Werkstatt im Missionsgelände obwohl durch die Vielzahl der Gebäude und Räumlichkeiten ständig Arbeiten im Sinne einer Hausmeistertätigkeit zu verrichten sind/wären. Einige vorhandene Werkzeuge sind an verschiedenen Stellen und in verschiedenen Räumen auf dem Gelände ungeordnet verwahrt. Es gibt auch vor Ort kein geeignetes Personal das diese Tätigkeiten ausführen könnte. Eine Werkstatt in der alle verfügbaren und zukünftige Werkzeuge geordnet aufbewahrt werden können, sollte eingerichtet werden.

Aktuell vorgefundene Situation

Wie bereits gesagt gab es keine öffentliche Strom- und Wasserversorgung und keine Werkstatt oder keine Räumlichkeiten wo Werkzeug und Ähnliches gesammelt aufbewahrt, geordnet, gepflegt und gewartet wird. Es war auch praktisch kein Material vorhanden um Arbeiten und Reparaturen vor Ort durchzuführen. Bezüglich Werkstatt hatten die Schwestern keine speziellen Anforderungen/Vorstellungen; auch der Raum in dem diese eingerichtet werden sollte, war noch nicht festgelegt. Wünsche hatte die Schwester allerdings was die Stromversorgung angeht bzw. sie hätte gerne ein mit Strom betriebenes Bügeleisen und einen Kühlschrank gehabt.

Bezüglich der Solar Inselanlagen musste festgestellt werden, dass teilweise die Batterien schon in einem sehr schlechten Zustand waren. Das war nicht verwunderlich, denn in aller Regel wurden die Verbraucher (Lampen, Inverter) direkt an die Batterien angeschlossen. Der „Vorteil“ dieses Vorgehens ist, dass die Lampen möglichst lange brennen auch wenn die Batterie bereits tief entladen ist/wird. Natürlich wird dadurch die Lebensdauer auch neuer Batterien stark gemindert.
Ich habe darauf hingewiesen, dass die Verbraucher grundsätzlich an den Laderegler angeschlossen werden sollen. Der sorgt dafür dass die Verbraucher abgeschaltet werden, bevor die Batterien tief entladen sind. Das hat den großen Nachteil, dass bei schlechten Batterien oder zu wenig Modulleistung/Ladeleistung tagsüber dieser Fall am Abend recht schnell eintreten kann. Dann bleibt es oder wird es dunkel was natürlich für die Betroffenen vordergründig als Nachteil empfunden wird. Die Lösung wäre mehr Modulleistung, bessere neue Batterien, dicke Leitungen, kurze Wege ordentliche Verkabelung. Leider standen dafür nicht ausreichend Mittel (Geld) zur Verfügung. Auch fehlen Leute, die diese Installationen in ausreichender Qualität durchführen können. Die Solarmodule sind zum Teil nicht erreichbar, da sie unzugänglich auf hohen, steilen Dächern montiert sind und entsprechende Leitern und Zugänge fehlen.

Einsatzumstände – Personal

Es war schnell klar, dass fast alles was verbaut werden soll (bzgl. Solar Inselanlagen) erst gekauft werden muss (auch einfachste Sachen) und dass diese Dinge nur zum geringen Teil vor Ort in Chimala zu bekommen sind. Außerdem wurde schnell klar, dass jemand für die Installationsarbeiten (Kabel, Module, Batterien, Schalter, Lampen, Sicherungen usw.) angestellt werden muss, da die Arbeit von den Schwestern selbst und von mir nicht geleistet werden konnte. Der „kleine Michael“ (Hausmeister) und die „kleine Sister Maria“ (Schwester für Fragen der Technik) sind neben ihren normalen Aufgaben auch für technische Probleme innerhalb der Mission zuständig. Ihre Möglichkeiten sind aber beschränkt, da sie weder Material, noch entsprechendes Werkzeug und auch keine Ausbildung und keine ausreichenden Kenntnisse haben. Schwester Maria Msella und der Pastor selbst standen für eine Schulung nicht zur Verfügung, sie haben andere Aufgaben und auch beide „keinen Draht“ für technische Aufgaben und Probleme sowie deren Lösung. Alinaswe, der Sohn vom Pastor, war eine große Hilfe. Erstens gehört er aber nicht zum Missionspersonal, seine Leistungen sind freiwillig und außerdem verläßt er in Kürze die Mission und Brandt weil er in der Stadt Arbeit sucht/hat.

Eigene Aktivitäten und Ergebnisse

Bereits nach Ankunft in Dar es Salaam/Bagamoyo habe ich versucht Firmen und Läden auszumachen, die geeignetes Material haben und das auch 700 km nach Chimala/Brandt liefern können. Bestellen oder in Auftrag geben konnten wir ja am ersten Tag nichts, da die genaue Situation vor Ort in Chimala/Brandt zunächst unbekannt war. Es stellte sich heraus dass das Bezahlen von Chimala aus und die fristgerechte Lieferung von Dar es Salaam aus nach Chimala nicht sicher gewährleistet war. Der Transport im öffentlichen Bus war zu riskant, der Transport durch eine Spedition war teuer und ebenfalls nicht terminlich gesichert. Auf der Rückfahrt vom Flughafen Mbeya (die Schwester hat uns ja abgeholt) durch die Stadt haben wir auch dort verschiedene Geschäfte besucht, um zu sehen was es zu kaufen gibt. Die Schwester wollte ein 12 Volt Bügeleisen kaufen, ich konnte ihr nur abraten.

Einige Tage später, als wir vor Ort dann eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Anlagen durchgeführt und die Wünsche der Schwester und des Doktors zur Kenntnis genommen hatten, fuhren wir nach Mbeya zum Einkaufen. Es war beabsichtigt, dem Wunsch der Schwester nachzukommen und einen Kühlschrank (ohne Gefrierfach) und ein Bügeleisen (mit 1000 Watt) zu kaufen. Beide Geräte wären natürlich nur mit Generatorleistung (230 Volt System) zu betreiben gewesen. Um solche Leistungen mit Solarstrom aus Inselanlagen zu betreiben, fehlen Kapazitäten an Speicher/Batterien und Solar-Modulen sowie Leitungen, Laderegler usw. Es war geplant einen kleinen Generator mit „Start auf Knopfdruck“ (Kick-Start) zu kaufen und den in den frühen Morgenstunden, am späten Abend und während des Tages noch 2 oder 3 mal für ca. eine Stunde laufen zu lassen. Manuell also von Hand gesteuert (durch ein oder mehrer Schwestern die dafür zuständig gewesen wären). Das haben wir dann nicht gemacht, da es weder einen geeigneten Kühlschrank noch einen geeigneten Generator in Mbeya zu kaufen gab. Außerdem stand ja eigentlich kein Geld dafür zur Verfügung (das hätte ich notfalls aus eigener Tasche bezahlt). Auch das andere Material war teuer und die Qualität war zweifelhaft aber ich wollte nicht unverrichteter Dinge abreisen. Wenigstens etwas mehr und besseres Licht sollte verfügbar gemacht werden.

Einrichtung einer Werkstatt

Parallel wurde ein Raum für die Werkstatt ausgesucht, leer geräumt und gereinigt. Die benachbarte und nur teilweise räumlich abgetrennte Küche wurde abgetrennt und die Trennwand beidseitig mit Regalen versehen. Für die Werkstatt habe ich von zu Hause soviel Werkzeug, Messgeräte und Kleinteile (wie verschiedene Schrauben, Dübel usw.) mitgenommen wie der Platz und die Gewichtsvorgaben der Fluggesellschaften zu ließen. Für den Inlandsflug haben wir für Übergepäck nicht zuletzt deshalb nachbezahlt. Das hat sich aber rentiert. Weiteres Werkzeug und z.B. einen Hocker und ein Ablagetischchen und eine große Toolbox aus Holz habe ich bei den Schreinern in Chimala fertigen lassen. Außerdem wurde eine leichte Stehleiter und alles mögliche an Werkzeug gekauft. Ich habe nicht mehr als unbedingt nötig gekauft, da ich davon ausgehe, dass viel Werkzeug von Deutschland aus nach Tansania gebracht werden kann. Auch wenn der Transport etwas kostet, ist das immer noch billiger als es vor Ort zu kaufen.

Für die Solarstrom Inselanlagen wurden ca. 250 Meter Kabel (neu und gebraucht) verlegt und ca. 30-40 energiesparende LED Lampen verbaut (neu installiert bzw. alte wurden ersetzt). Es wurden 3 neue Batterien und 3 neue Solarmodule installiert. Außerdem wurden 2 „Batterie-Refresher/Pulser“ für Blei-Säurebatterien (zur Wiederbelebung und Verlängerung der „Lebenszeit“) angeschlossen. Betroffen waren die Räume vom Arzt und Praxisräume, Räume des Personals und die beiden Krankenzimmer, der Wartebereich, Flure und die Außen-Toiletten der Praxis. Außerdem das kleine und große Schwesternhaus, zwei Büros für die Schwester Maria Msella und den Pastor/Projektleiter Eliad Siwelwer sowie der Gebets- und Empfangsraum sowie Küche. Die Werkstatt mit Küchentrakt, 2 Garagen, Toilettenbereich und Dusche und der Außenbereich des Viehstalles. Der alte Kindergarten 1+2, die Außentoiletten und Flure dort sowie das Schwester-Büro. Außerdem sollten von mir für den Verein „Die Brücke e.V.“ und für den Vorstand Herrn Michael Herold zu verschiedenen Vorhaben, alten und neuen geplanten Projekten usw. Erkundigungen eingeholt und Informationen gesammelt werden, die für zukünftige Planungen von Nutzen sein können.

Empfohlene Maßnahmen

Eine schriftliche Anleitung/Auflistung mit allen wichtigen Maßnahmen und Empfehlungen Fakten/Hinweisen die ich gerne den Leuten in Brandt (über die bereits vor Ort gegebenen Hinweise hinaus) zusammenfassend vermitteln und nahelegen möchte, muss ich noch (in Englisch) in geeigneter Form verfassen und per E-Mail nach Brandt senden. Als wir vor Ort waren, hatte ich dafür nicht genügend Zeit und es konnte auch nur sehr eingeschränkt (wenn überhaupt) gedruckt werden. Wenn überhaupt, weil wir z.B. keine Tinte hatten oder keinen Strom für den Rechner oder weil Kopien der vielen Originalbelege gemacht werden mussten (was die ganze zur Verfügung stehende Zeit in Anspruch nahm).

Kontakte zur deutschen Wirtschaft

Es bestanden keine Kontakte zur deutschen Wirtschaft, ausgenommen zu Kleinunternehmer die Sachspenden wie energiesparende LED Lampen, professionelle Laderegler, Laptop, LED Taschenlampen, Kleidung für Kleinkinder usw. gespendet haben. In unserem Fall:

  • Baumarkt „BauSpezi“ aus Hirschaid (Inhaber Saffer Dieter)
  • Elektrofirma von Hans Mohnkorn (ein Hirschaider)
  • Herr Klaus Homann ein leitender Angestellter der Firma XXXL Lutz in Hirschaid
  • Steuerkanzlei H&P aus Hirschaid.

Außerdem spendeten Privatleute und der kath. Kindergarten St. Vitus in Hirschaid Geld (z.B. für 6 kleine Schweinchen für die Zucht und Lehrmaterial für den Kindergarten).

Qualifizierung des Personals

Wie bereits gesagt waren der „kleine Michael“ und die „kleine Sister Maria“ sehr willig aber überfordert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sie dazu bringen kann, selbständig „Solar Inselanlagen“ zu planen, zu realisieren oder Fehler/Probleme zu beheben. Beide waren sehr engagiert und interessiert was die Einrichtung der Werkstatt anging. Auch bei der Einrichtung der Werkstatt haben beide mitgewirkt. Maria hat dann noch eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Werkzeuge gemacht und bei allen Arbeiten haben sie natürlich interessiert mitgewirkt und bestimmt auch profitiert. Da beide auch andere Aufgaben haben und deshalb nicht die ganze Zeit zur Verfügung standen, war die Schulung natürlich nur Stückwerk.

Nachhaltigkeit und Folgeaktivitäten

Um eine Nachhaltigkeit zu gewährleisten, wären Folgeaktivitäten wünschenswert. Es hat sich nämlich gezeigt, dass bestehende und bereits einmal funktionierende Systeme leider und unnötigerweise außer Betrieb gehen und verkommen, wenn auch nur kleine Störungen auftreten oder kleine Reparaturen notwendig werden.

Ein Kühlschrank für den Doktor

Von Anfang an war es ein Thema, dass der Doktor die Möglichkeit haben sollte, einen Kühlschrank zu betreiben um temperaturempfindliche Medikamente ordnungsgemäß aufzubewahren. Von Bekannten anderer Hilfsorganisationen hatte ich gehört, dass in Tansania Ärzte, zumindest Hospitäler gasbetriebene Kühlboxen zur Verfügung gestellt bekommen und auch regelmäßig mit Gas beliefert werden. Als wir das Problem angehen und lösen wollten (was elektrisch eine Herausforderung geworden wäre), hat sich nach längerem Hin und Her herausgestellt, dass es tatsächlich diese gasbetriebene Kühlbox gibt und dass es demnach auch kein Problem gibt. Nach kurzer Zeit war dann doch in der Arztpraxis eine gewisse Aufgeregtheit festzustellen. Die Gasflasche für die Kühlbox war leer und es wurde überlegt die oder einige Medikamente nach Chimala zu schaffen wo es Kühlmöglichkeiten gab. Ich habe dann eingewendet, dass es regelmäßig dieses Problem geben muss, wenn es nur eine Gasflasche gibt. Eigentlich musste es drei Flaschen geben, weil eine der Regierungsbeamte zum Füllen mitnehmen muss, eine muss angeschlossen sein und eine muss voll als Reserve bereitstehen. Der Dr. hat darauf hingewiesen dass eine Flasche ca. 200 Euro kostet (Erstanschaffung/Pfandsystem ?!). Jedenfalls hab ich darauf hingewiesen, dass es nicht sein kann dass dem Regierungsbeamten/der Behörde das Problem mit den drei Flaschen nicht bekannt ist (alleine schon aus der Erfahrung). Nach einiger Diskussion auch mit dem Personal hat sich herausgestellt, dass es drei Flaschen gibt. Eine war leer angeschlossen, eine stand irgendwo vor Ort voll herum und wurde herbeigeschafft und eine war nicht da (offensichtlich hat sie der Beamte zum Befüllen mitgenommen). Es wäre alles bestens gewesen, es hat sich aber herausgestellt, dass die Flaschen unterschiedliche Anschlusssysteme haben und der Dr. und das Personal die volle Flasche deshalb nicht anschließen können. Tatsächlich war es etwas kompliziert die volle Flasche mit dem anderen System (Druckminderer aber vorhanden) anzuschließen. Hierzu muss wegen der unterschiedlichen Systeme jedes mal der Schlauch mittels Schlauchschellen an dem anderen Druckminderer befestigt werden. Ich habe also darauf hingewiesen, dass das nicht sein kann und dass selbstverständlich durchgesetzt werden muss, dass bzgl. Anschlusstyp drei baugleiche Flaschen zum Einsatz kommen. Ich bin nicht informiert, ob der Arzt dies jetzt auch durchsetzen kann. Er war skeptisch. Dieses Problem was eigentlich keines ist, ist typisch für die Verhältnisse vor Ort.

Komplette Wasserinstallation in der Mission

In früheren Zeiten, evtl. zu einer Zeit als die öffentliche Wasserversorgung aus Chimala bis nach Brandt (13 km) noch funktionierte, gab es in der Mission ein Wasserleitungsnetz das aufwändig aber auch komfortabel war. In verschiedenen Gebäuden und im Gelände gab es ausreichend Wasserhähne. Sogar Badewanne und Duschen waren in ausreichender Zahl vorhanden. Vielleicht zum Zeitpunkt als die öffentliche Wasserversorgung in/nach Brandt eingestellt wurde bzw. nicht mehr funktionierte, hat auch das System in der Mission nicht mehr funktioniert. Da in der Mission ein Brunnen vorhanden ist, wäre es nicht schwer (gewesen) mit einer Motorpumpe (Generator oder Benzin) den vorhandenen Wasserhochbehälter zu füllen und damit zentral über das vorhandene System die Mission komfortabel mit Wasser zu versogen. Das wurde offensichtlich nie betrieben oder es ist nicht gelungen oder es war sogar einmal realisiert worden. Inzwischen funktioniert das jedenfalls leider nicht mehr..Einen professionellen Wasserfilter gibt es noch (evtl. inzwischen marode), die Pumpe die es auch einmal gab (der Platz wo sie montiert war beweist das) ist verschwunden. Ob das System jetzt heute noch mit vertretbarem Aufwand in Betrieb genommen werden könnte ist fraglich. Ich konnte das nicht beurteilen weil nicht so einfach zu erkennen ist, welche Teile des Rohrleitungsnetzes und des Stromleitungsnetzes hierfür abgebaut und/oder anderweitig verwendet wurden oder beschädigt sind.

Komplette 230 Volt Elektro-Verkabelung in der Mission

Zur Zeiten wo in der Mission noch mit einem Generator für die Stromversorgung (230 Volt) gearbeitet wurde, gab es ein komfortables Stromversorgungsnetz in den Gebäuden der Mission. Als die Stromversorgung mittels Generator offensichtlich eingestellt wurde (ist schon länger her) wurde dieses Leitungsnetz teilweise zur Versorgung mit Solarstrom herangezogen und entsprechend verändert. Heute ist das gesamte Stromleitungsnetz durch die Vermischung der beiden System so unübersichtlich, dass es nur schwer nutzbar und schwer durchschaubar ist. Die Leitung liegen teilweise unter Putz und was in den Klemmdosen von wem wie zu welchem Zweck verbunden worden ist bleibt auf jeden Fall undurchsichtig. Hier Ordnung zu schaffen ist auf jeden Fall aufwändig, wenn nicht unmöglich. Es ist schade, dass ein bereits vorhandenes komfortables Netzwerk ohne Not aufgegeben wurde.

Spezielle Erlebnisse

Die Frau bei der wir wohnten hatte zwar ein Auto ist aber selbst nicht gefahren. Also hatte sie einen Fahrer (angeblich für 10000 TSH täglich, 5 Euro), der sie ab und zu mal wohin fuhr. Der kam früh immer schon sehr bald und hat dann mal wichtig die Motorhaube geöffnet um zu sehen ob der Motor noch drinnen ist. Danach wurde das Auto mit Wasser geputzt, das war besonders spannend weil wir ja eigentlich gar kein Wasser hatten weil die öffentliche Wasserversorgung für Monate ausgefallen ist (wegen Modernisierung) und der eigene Brunnen auf dem Grundstück war mehr oder weniger versiegt. Wasser musste also mit dem Eimer oder durch einen Dienstleister mit dem Handkarren herbeigeschafft werden). Nachdem das Auto dann geputzt war sind wir die staubige Piste nach Brandt gefahren. Was wir sofort feststellen konnten war, dass der Fahrer auf jeden Fall eines nicht konnte und das war Auto fahren. Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, uns zu fragen ob wir ihm nicht in paar Hunderttausend TSH leihen könnten weil er vor hat, den Busführerschein zu machen. Wir haben uns nicht festgelegt. Tagsüber war er dann stundenlang im Auto im Schatten gelegen und hat geschlafen oder er war im Hof gesessen und hat die Mädchen unterhalten – extented Family. Abends ist er dann nach vollbrachtem Tagwerk heimgegangen. Wenn wir nicht da gewesen wären, hätte er tagelang nichts zu tun gehabt, das stört aber keinen. Jeden Tag haben wir für 2 mal Brandt hin und zurück 20000 TSH für tanken bezahlt. Er hat sich immer was einfallen lassen, um uns zuerst nach Brandt zu fahren und dann alleine zum Tanken zu gehen. Mir war natürlich sofort klar, dass er das macht um einen Teil des Geldes abzuzweigen. Ich hab ihn darauf angesprochen weil ich nicht wollte dass er denkt wir sind blöd. Als ich meine Stimme erhoben habe, um ihm einen entsprechenden Vortrag zu halten, hat er schon vor dem ersten Buchstaben gewusst um was es geht. Der Vortrag hat sich dann erübrigt, wir sind dann immer zusammen zum Tanken gefahren. „Hakuna matata“ (alles kein Problem).

Schwester Maria hat gebohrt

Wir haben besprochen dass man zuerst zum Dübel den passenden Bohrer sucht und dann bohrt. Maria hat gebohrt und dass das schneller und besser geht hat sie dabei den Bohrer gedreht und damit eiernde Bewegungen gemacht, weil Sie wahrscheinlich die Erfahrung gemacht hat das von Hand so leichter und schneller geht. Die Überraschung war groß, als wir/sie feststellen musste, die Löcher sind trotz passendem Bohrer dreimal so groß wie benötigt. Wieder was dazu gelernt!

Georg Hahn

Ergänzung

Monik Hahn schulte Schwester Rebecca in Buchführung. Dadurch wird langfristig die Verwendung von Spendengeldern besser dokumentiert, wovon der Verein bereits profitieren konnte.

Leider ist unser Stromgenerator „Mosa“ defekt. Wir werden versuchen, nötige Ersatzteile von Deutschland ausbei einer nächsten Reise mitzubringen, falls das möglich ist.

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